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Heiner Bielefeldt: Muslime im säkularen Rechtsstaat

Was
Wann 16.10.2006
von 19:30 bis 21:30
Wo Humboldt Universität
Name Michael Wrase
Kontakt-Telefon 030/ 2093-3427
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Spannungen zwischen Neutralitätsanspruch und religiös-kulturellen Interessen. Vortrag, Montag, den 16. Oktober um 19:30 Uhr an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität, Altes Palais/ Kommode, Unter den Linden 9, Raum 214

Der säkulare Rechtsstaat bildet die politisch-institutionelle Rahmenordnung, in der Muslime in der Bundesrepublik Deutschland und anderen westeuropäischen Gesellschaften leben und ihren Glauben praktizieren. Diese Situation wirft Fragen auf: Wie stehen Muslime zum säkularen Rechtsstaat? Stellt er für gläubige Muslime nur ein Übel dar, das sie aufgrund der Überlegenheit der Nicht-Muslime nolens volens hinnehmen müssen? Oder bietet die Säkularität der politisch-rechtlichen Ordnung Chancen für die Erprobung neuer Formen islamischer Selbstorganisation - womöglich sogar mit Auswirkungen über die "Diaspora" hinaus auf die islamischen Herkunftsländer? Fragen stellen sich aber auch in umgekehrter Richtung: Ist es überhaupt legitim, Muslime auf die Säkularität des Rechtsstaats verpflichten zu wollen? Wäre es nicht ein Gebot interreligiöser und multikultureller Toleranz, Muslimen die Option offen zu halten, ihre gemeinschaftlichen Angelegenheiten nach islamischem Recht statt nach säkularem Recht zu ordnen? Stellt die Säkularität nicht ihrerseits eine Art von religiösem oder postreligiösem "Glauben" dar, der nur für diejenigen verbindlich sein sollte, die sich zu diesem Glauben freiwillig bekennen?

PD Dr. Heiner Bielefeldt ist Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte.

Veröffentlichung zum Thema: Heiner Bielefeldt, Muslime im säkularen Rechtsstaat, 2003.


Moderation: Dr. Anusheh Rafi


Poster zur Veranstaltung

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