Christina Hakel: Beendigung von Arbeitsverähltnissen als Gerechtigkeitsproblem
Abstract
Das Hauptaugenmerk der Dissertation richtet sich auf einen
Themenkomplex des Arbeitsrechts, nämlich die Beendigung von
Arbeitsverhältnissen im Rechtsvergleich zwischen Österreich und
Deutschland. Hierbei soll jedoch nicht nur rechtsdogmatisch vorgegangen
werden, sondern darüber hinaus sollen einzelne Probleme analysiert
werden, die unter dem Aspekt der Gerechtigkeit reformbedürftig sein
könnten. Im Sinne eines Prinzipien- und Informationenpluralismus der
Gerechtigkeit wird dabei sowohl auf rechtsphilosophische und
rechtssoziologische Ansätze, als auch auf disziplinenübergreifende
Erkenntnisse zurückgegriffen werden. So wird ein organisatorischer
Gerechtigkeitsbegriff definiert, der auf Prinzipien der distributiven
sowie der prozeduralen Gerechtigkeit basiert und für den nicht nur
philosophische Theorien, sondern auch Ergebnisse empirischer und
ökonomischer Studien herangezogen werden. Diese
Gerechtigkeitsdefinition soll als übergeordneter Maßstab für die
gerechte Bewertung einzelner Rechtsnormen dienen. Die daran
anschließenden Verweise auf sozialpsychologische Erklärungsversuche von
anthropogenen Ursachenzuschreibungen mittels der Attributionstheorie
und auf das sozio-ökonomische Phänomen des psychologischen Vertrags
sollen notwendige Wertungsentscheidungen der Gerechtigkeit erleichtern.